4 Synagogen City Walk Budapest

Dieser 4 Kilometer lange Spaziergang führt größtenteils durch den VII. Budapester Bezirk. Er war bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs Zentrum des jüdischen Lebens in der ungarischen Hauptstadt. Zwischen 1944 und 1945 befand sich dort das „Budapester Ghetto“. Heutzutage ist wieder verstärkt ein aktives jüdisches Leben sichtbar. Zahlreiche Restaurants, Bars, Gastgärten, Lokale, kleine Boutiquen und Geschäfte locken junge Menschen aus aller Welt, die sich tagsüber und vor allem am Abend in den kleinen Straßen von Elisabethstadt tummeln.

Streetart Budapest

Von Emanuel Lehner. Dieser 4 Kilometer lange Spaziergang führt größtenteils durch den VII. Budapester Bezirk. Man nennt ihn auch Erzsebétváros, also Elisabethstadt. Er ist nach Kaiserin Elisabeth („Sisi“), die 1867 zur Königin von Ungarn gekrönt wurde, benannt. Die Elisabethstadt liegt auf der Pester Seite Budapests. Wie die meisten Teile Pests wurde der VII. Bezirk ab der Mitte des 19. Jahrhunderts errichtet. Er war bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs Zentrum des jüdischen Lebens in der ungarischen Hauptstadt. In der Elisabethstadt befand sich zwischen 1944 und 1945 das „Budapester Ghetto“. Heutzutage ist wieder verstärkt ein aktives jüdisches Leben sichtbar. Da dieses Viertel während des Zweiten Weltkrieges kaum zerstört wurde und die Herrschaft der Sozialisten bis 1989 fast unbeschadet überstanden hat, blieb die ursprüngliche Bausubstanz weitestgehend erhalten. Erzsebétvaros ist heute ein Ort mit zahlreichen Restaurants, Bars, Gastgärten, Lokalen, kleinen Boutiquen und Geschäften. Junge Menschen aus aller Welt tummeln sich tagsüber und vor allem am Abend in den kleinen Straßen von Elisabethstadt.

Länge: 4 Kilometer

Dauer: mindestens halber Tag

Ausgangspunkt: Déak-Ferenc-tér/ Déak-Ferenc-Platz (M1, M2, M3, 47, 49)

Endpunkt: Déak-Ferenc-tér/ Déak-Ferenc-Platz (M1, M2, M3, 47, 49)

Wichtigste Stationen: #GroßeSynagoge #SzimplaKert #OrthodoxeSynagoge #ParizsiNagyAruház #LotzTérem #Oper #GozsduUdvar #RumbachSebestyenSynagoge

Landkarte Synagogen City Walk - Budapest
Landkarte Synagogen City Walk – Budapest – Klicke auf die Karte für eine detaillierte Ansicht auf google maps

A. Ausgangspunkt ist der Déak-Ferenc-tér (Déak-Ferenc-Platz)

Ausgangspunkt des City Walkd ist der Déak-Ferenc-tér
Ausgangspunkt des City Walk ist der Déak-Ferenc-tér

An diesem zentralen Platz und Verkehrsknotenpunkt beginnt unser Spaziergang. Wir stellen uns mit dem Rücken zur U-Bahn-Station und gehen rechts hinaus auf den Károly körut (Karlsring).

Mit dem Rücken zu diesem Gebäude bzw. zur U-Bahn-Station geht’s los. Gleich zu Beginn des Spaziergangs stehen rechts zu diversen Anlässen wie Weihnachten, Pfingsten oder Ostern Verkaufsstände mit mehr oder weniger interessanten Souvenirs und ungarischem Handwerk. Zum Essen findet man zahlreiche Stände – von warm bis kalt, von süß bis salzig.

Nach knapp 400 Meter dem Károly körut (Karlsring) entlang erscheint sie linker Hand, die erste Synagoge auf unserer Tour: die so genannte Große Synagoge. Wir überqueren die Straße und befinden uns nun unmittelbar vor der Großen Synagoge.

  • Weg von A nach B: 5 Minuten, 450 Meter

B. Die Große Synagoge – „Der Tabaktempel“

Die Große Synagoge – „Der Tabaktempel“
Die Große Synagoge – „Der Tabaktempel“

Wir stehen also vor Europas größter Synagoge (ca. 3000 Sitzplätze) und können anhand der beiden Türme den maurischen Stil des Wiener Architekten Ludwig Förster, der übrigens auch intensiv mit der Planung der Wiener Ringstraße zu tun hatte, gut erkennen. Errichtet wurde die Synagoge zwischen 1854 und 1859. Sie wurde gebaut, als sich Mitte des 19. Jahrhunderts immer mehr Juden in Pest niederließen und die Gemeinde wohlhabender wurde. Die Plätze in den damals bestehenden Synagogen reichten nicht mehr aus. Die Große Synagoge folgt dem gemäßigten Ritus, der in Ungarn als Neolog bezeichnet wird. Auf dem Gelände der Synagoge befindet sich das Jüdische Museum Budapests, das an der Stelle errichtet wurde, wo Theodor Herzls, dem Begründer des Zionismus, Elternhaus stand.

Wir folgen der Dohány utca (Dohánystraße), sehen links und rechts einige Lokale und gehen weiter, bis die Kazinczy utca (Kazinczystraße) unseren Weg kreuzt, biegen links in diese ein und suchen auf der linken Straßenseite das Haus Kazinczy utca 14.

  • Weg von B nach C: 7 Minuten, 650 Meter

C. Szimpla kert

Die Mutter aller Ruinenbars, „Szimpla kert“
Die Mutter aller Ruinenbars, „Szimpla kert“
Die Mutter aller Ruinenbars, „Szimpla kert“
Die Mutter aller Ruinenbars, „Szimpla kert“
KIDS: Das „Szimpla“ eignet sich auch ganz gut für kleinere Kinder, da es allerhand Möglichkeiten zum Herumklettern und -hüpfen gibt. So steht in der Mitte des Hofes eine alte Trabi-Karosserie, die stets von kleinen Kindern zum „Auto fahren“ benützt wird.

Wenn wir das „Szimpla“ verlassen, gehen wir nach links und bleiben nach nicht einmal einer halben Minute wieder stehen, wenn sich vor uns auf der linken Straßenseite das „Street Food Karaván Budapest“ eröffnet. Dabei handelt es sich um eine Ansammlung von diversen Buden mit appetitlichem „Street Food“ aus Nah und Fern: Langos, Würstel, Thai Food, Burger, Palatschinken u.v.m.

Street Food Karaván Budapest
Street Food Karaván Budapest

Wir gehen weiter der Kazinczy utca (Kazinczystraße) entlang und entdecken v.a. auf der linken Seite bereits einige koschere Lokale, bis wir auf der rechten Seite vor dem Tor der Orthodoxen Synagoge stehen.

  • Weg von C nach D und E: 3 Minuten, 200 Meter

D, E. Die Orthodoxe Synagoge oder Kazinczy-utca-Synagoge

Orthodoxe Synagoge
Orthodoxe Synagoge

Weiter geht es in der Kazinczy utca (Kazinczystraße), vorbei an einem koscheren Steakhouse (rechts) und dem „Köleves kert“, einem v.a. im Sommer sehr angenehmen Biergarten, bis man an der Kiraly utca (Königsstraße) ansteht. Die Kiraly utca (Königsstraße) ist es aufgrund ihrer Lebendigkeit und zahlreichen jungen Bars und Geschäfte sicher wert, dass man sie mal gemütlich rauf- und runtergeht. Doch wir biegen rechts in sie ein und nehmen gleich wieder die erste Straße links (Vasvári Pal utca/ Vasvári-Pal-Straße).

KIDS: An der Ecke Kazinczy utca/Kiraly utca befindet sich ein netter Spielplatz mit Grünfläche , Rutsche, Schaukeln usw. Ein paar Meter vom Spielplatz gibt es Gelegenheit, sich Getränke zu besorgen.
Biergarten Köleves kert
Biergarten Köleves kert
Spielplatz Ecke Ecke Kazinczy utca/Kiraly utca
Spielplatz Ecke Ecke Kazinczy utca/Kiraly utca

In der Vasvári Pal utca (Vasvári-Pal-Straße) finden wir bei Hausnummer 8 den „Brody Art Yard“ (E). Brody ist mittlerweile ein bekannter Name in Budapest. So werden unter diesem Namen der nur Mitgliedern vorbehaltene Brody Klub sowie das Boutiquehotel Brody House im VIII. Bezirk betrieben. Der Brody Art Yard widmet sich vor allem jungen Nischenkünstlern, die in der dortigen Galerie ihre Drucke, Fotografien und Bilder ausstellen.

Auf der anderen Straßenseite, noch ein Stück vor dem Brody Art Yard, bei Hausnummer 5, finden wir die Vasvári-Pal-Synagoge. Sie wurde 1887 fertiggestellt und war das Gotteshaus der Talmud-Gesellschaft Budapests, also das Haus der Gelehrten und Akademiker.

Am Ende der Vasvári Pal utca (Vasvári-Pal-Straße) machen wir eine „Rechts-links-Kombination“ und biegen in die Hajós utca (Hajósstraße). Schon haben wir einen ersten Blick auf die Budapester Oper. Zuerst machen wir aber noch einen Abstecher zu einem sehr beeindruckenden Kaffeehaus (außer es ist Sonntag, denn da ist der Saal des Cafés geschlossen). Dazu biegen wir rechts in die Andrassy ut (Andrassystraße) und gehen vorbei am bekannten Café Müvesz (zu Deutsch Kunst) bis zur Hausnummer 39.

  • Weg von D und E nach F: 13 Minuten, 850 Meter

F. Lotz terem (Lotz-Saal)

Lotz terem
Lotz terem

Der Lotz terem befindet sich im ehemaligen Párisi Nagy Aruhaz („Pariser Großkaufhaus“), der heutigen Buchhandlung „Alexandra“. Bereits die Fassade des Hauses ist ein Foto wert. Doch richtig spannend wird es, wenn man ins Geschäft geht und mit der Rolltreppe in den ersten Stock fährt und in den prachtvollen, hellen Ballsaal, den Lotz terem, tritt. Der Saal ist nach dem Maler Károly Lotz benannt, der die Fresken des Saales schuf. Ursprünglich wurde das „Modehaus“ 1882 erbaut. Es brannte 1903 komplett aus und wurde 1911 wieder eröffnet. Im Lotz terem wird heute ein sehr angenehmes Café betrieben.

Nun geht es zurück zur Oper, dazu überqueren wir die Andrassy ut (Andrassystraße).

  • Weg von F nach G und H: 4 Minuten, 350 Meter

G, H. Die Budapester Oper

Budapester Oper
Budapester Oper

Wenn wir nun mit dem Rücken zur Oper stehen, machen wir uns halbrechts auf den Weg, um die Straße zu überqueren und gleich in der Dalszínház utca (Dalszínházstraße) zu verschwinden. Am Ende der Straße bzw. schon in der Paulay Ede utca (Paulay-Ede-Straße) sehen wir das „Ujszínház“ (Neues Schauspielhaus) mit seiner markanten Fassade. Gleich ein paar Meter weiter rechts in der Paulay Ede utca (Paulay-Ede-Straße) befindet sich das „AnKERT“ (H). Es ist eine weitere der Ruinenbars und jeden Sonntag wird dort in seinen weiten Räumen bzw. im teils überdachten Innenhof ein kleiner Markt mit allerlei Kunst und Trödel veranstaltet.

Club AnKERT
Club AnKERT

Wir gehen weiter in der Paulay Ede utca (Paulay-Ede-Straße) und biegen links in die Szekely Mihály utca (Székely-Mihály-Straße) und folgen ihr, bis wir an der Király utca (Königsstraße) anstehen. Dort geht es nach rechts bis zur Hausnummer 13.

  • Weg von G und H nach I: 7 Minuten, 500 Meter

I. Gozsdu udvar (Gozsdu-Hof)

Der Gozsdu udvar (Gozsdu-Hof) ist nach dem rumänischen Rechtsanwalt Emanuil Gozsdu benannt, der im 19. Jahrhundert lebte und sich der Förderung der Bildung bzw. der Jugend verschrieb. So wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts mehrere aufeinanderfolgende Innenhöfe errichtet, in denen Kunst, Handwerk und Handel betrieben wurde. Die Höfe waren ab 1944 Teil des Budapester Ghettos. Schließlich wurden sie zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Heute ist der Goszdu udvar (Gozsdu-Hof) ein Ort mit zahlreichen Bar, Pubs, Restaurants und kleinen Ramschläden mit diversen ungarischen und sozialistischen Devotionalien.

KIDS: Die Höfe sind touristisch mittlerweile sehr beliebt. Sie eignen sich aber sehr gut für entspanntes Flanieren mit Kindern.

Wir durchqueren alle Höfe, kommen ans Ende des Gozsdu udvar (Gozsdu-Hofes) und biegen nach rechts in die Dob utca (Dobstraße) und biegen gleich wieder rechts in die Rumbach Sebestyén utca (Rumbach-Sebestyén-Straße). Linkerhand erspähen wir gleich ein nostalgisches Wall-Painting: Die Fassade zeigt eine Reminiszenz des legendären Fußballsieges Ungarns gegen England im Wembley-Stadion im Jahre 1953. 6:3 gewannen die Ungarn damals. Heutzutage unvorstellbar!

Streetart Budapest
Streetart Budapest
  • Weg von I nach J: 7 Minuten, 600 Meter

J. Rumbach-Sebestyén-Synagoge und Madach Imre tér:

In der Rumbach Sebestyén utca 11-13 (Rumbach-Sebestyén-Straße 11-13) finden wir Otto Wagners Vermächtnis für Budapest: die im Jugendstil errichtete Rumbach-Sebestyén-Synagoge, die 1885 zur Heimat der jüdischen Status-quo-ante-Gemeinde wurde. Auch ihr sagt man – ähnlich der Großen Synagoge – maurische Stilelemente nach, die an die Alhambra von Granada erinnern. Während  des Zweiten Weltkrieges wurde diese Synagoge stark zerstört. Erst in den letzten Jahren machte man sich daran, mit der Restaurierung zu beginnen.

Wenn wir die Rumbach Sebestyén utca (Rumbach-Sebestyén-Straße) weitergehen, kreuzen wir die Madach Imre út (Madach-Imre-Straße) und biegen dort links ab, gehen vorbei an netten kleinen Tortenläden und Bars und erreichen den Madach Imre tér (Madach-Imre-Platz). Dort gibt es nicht nur linker- wie rechterhand unter den Arkaden ein paar angenehme Cafés und Restaurants, sondern mit den Fontänen aus dem Boden und den Podesten hervorragende (sommerliche) Plansch- und Laufmöglichkeiten für Kids.

KIDS: Die Wasserfontänen und Podeste am Platz eignen sich hervorragend als sommerliche Plansch- und Laufmöglichkeiten für Kinder.

Nun müssen wir nur mehr den Karóly körut (Karlsring) überqueren, halten uns ein wenig nach rechts und sind zurück am Ausgangspunkt, dem Deák Ferenc tér.

  • Weg von J nach Ausgangspunkt (Ende): 7 Minuten, 450 Meter

Text: Emanuel Lehner Fotos: Andreas Lehner

4 Synagogen City Walk in einer Bildergalerie

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City Walk auf Google Maps

Landkarte Synagogen City Walk - Budapest
Landkarte Synagogen City Walk – Budapest

Kontext – Allgemeines über Budapest

Hauptstadt von Ungarn

Einwohner: 1.735.711

Fläche: 525,13 km2

www.budapest.hu

Mehr aus Ungarn auf rundenreisen.org

Weiterführende Links

Autor: Andreas Lehner

Andreas Lehner ist 1978 in Linz, Oberösterreich, geboren. Lehner lebte und arbeitete bisher in Wien, Lima (Peru), Zürich und aktuell in Berlin.

3 Kommentare zu „4 Synagogen City Walk Budapest“

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