Fotoprojekt: Ich sehe was, was Du nicht siehst, #ISWWDNS. Visuelle Reisen in die Welt anderer Menschen.

In der aktuellen Ausgabe (3.Mai Woche 2015) der Berliner Straßenzeitung „Motz“ wird das Fotoprojekt „Ich sehe was, was du nicht siehst“ vorgestellt. Es ist der Startschuss zu einem Fotoprojekt, bei dem es weniger um Berichte und Geschichten klassischer Reisen in andere Länder und deren Kultur geht. Es geht vielmehr um visuelle Reisen in jene Welt, wie sie von anderen Menschen wahrgenommen wird. Die erste visuelle Reise führt in die Welt obdachloser Menschen in Berlin. Die Darstellung erfolgt jedoch nicht aus einer Außensicht, z.B. durch einen Fotografen, sondern durch die betroffenen Menschen selbst mit Hilfe von Einwegkameras. Eine Beschreibung über den Hintergrund, den Ablauf und das Ziel des etwas anderen Fotoprojekts findet sich in den folgenden Abschnitten und natürlich in der Straßenzeitung Motz, die in Berlin von obdachlosen Menschen verkauft wird.

Bild aus dem Fotoprojekt "Ich sehe was was du nicht siehst"

Erfahre alle Informationen und siehe aktuelle Fotos auf der offiziellen Webseite des Fotoprojekts #ISWWDNS

http://iswwdns.org

Von Andreas Lehner. Initiator von iswwdns.org und Herausgeber rundenreisen.org

In der aktuellen Ausgabe (dritte Mai Woche 2015) der Berliner Straßenzeitung „Motz“ wird das Fotoprojekt „Ich sehe was, was du nicht siehst“ vorgestellt. Es ist der Startschuss zu einem Fotoprojekt, bei dem es weniger um Berichte und Geschichten klassischer Reisen in andere Länder und deren Kultur geht. Es geht vielmehr um visuelle Reisen in die individuell wahrgenommene Welt anderer Menschen. Die erste visuelle Reise führt in die Welt obdachloser Menschen in Berlin. Die Darstellung erfolgt jedoch nicht aus einer Außensicht, z.B. durch einen Fotografen, sondern durch die betroffenen Menschen selbst mit Hilfe von Einwegkameras.  Eine Beschreibung über den Hintergrund, den Ablauf und das Ziel des etwas anderen Fotoprojekts findet sich in den folgenden Abschnitten und natürlich in der Straßenzeitung Motz, die in Berlin von obdachlosen Menschen verkauft wird.

Was ist der Hintergrund und die Idee zum Foto-Projekt?

Jeder Mensch ist einzigartig. Seine Lebensgeschichte, Lebensumstände und Umgebung formen den Menschen zu dem, was er ist. Manche Geschichten ähneln sich und manche Umgebungen überschneiden sich, sodass der eine Mensch mehr Verständnis vom Leben des Anderen bekommt. Andere Geschichten und Umstände wiederum sind weit voneinander entfernt und der Eine hat kein Verständnis für das Leben des Anderen. Es ist wie mit der Sprache. Lernt man die Sprache des Anderen, kann man mit ihm kommunizieren, mehr über ihn erfahren und besser verstehen. Fehlt eine gemeinsame Sprache, lebt man in Distanz zueinander, es entstehen Missverständnisse, Vorurteile oder Angst.

Einweg-Kameras als Eingangstür in die andere Welt

Um diese Distanz zu verringern und die Möglichkeiten des Verstehens untereinander zu verbessern, werden Einwegkameras an Personen verteilt. Die Teilnehmer/innen werden gebeten mit ihrer Einwegkamera, Einblick in ihre Welt und ihre Sicht auf die Dinge zu geben. Die Einwegkamera dient als Eingangstür in die Welt des Anderen. Auf diese Weise sollen die Betrachter/innen der Fotos mehr über die Anderen erfahren und ihre Welt besser verstehen.

Wer fotografiert?

Alle Personen, die mit einer Einwegkamera ihre Ansichten aus ihrer Welt festhalten möchten. In der ersten Runde des Projekts werden Einwegkameras an obdachlose Menschen in Berlin verteilt, um ihnen das Fotografieren zu ermöglichen und so Einblicke in ihre Welt entstehen können.

Womit wird fotografiert?

Es wird mit Einweg-Kameras fotografiert. Die Einweg-Kameras sind analoge Kameras mit einer Kapazität von 27 Fotos.

Was soll fotografiert werden?

Den Einwegkamera-Fotografen/innen steht völlig frei, was sie fotografieren. Es können Selbstportraits sein, Fotos von Freunden, Fotos von Dingen die gefallen, Dingen, die stören, schöne Dinge, hässliche Dinge; was auch immer die Fotografen/innen in ihrer Welt bewegt.

Was passiert mit den Fotos?

Die Fotos werden entwickelt. Ich bespreche die Fotos mit den Fotografen/innen und bitte darum, etwas zu den Fotos zu erzählen. Ausgewählte Fotos werden in einer Ausstellung einem interessierten Publikum gezeigt. (Die Fotos werden natürlich nur mit dem Einverständnis der Fotografen/innen ausgestellt).

Über den Organisator des Foto-Projekts

Mein Name ist Andreas Lehner. Ich beschäftige mich mit unterschiedlichen Formen der Kommunikation mit dem Ziel, die Distanz im Verständnis zwischen den Menschen zu verringern. Die Formate der Arbeiten unterliegen keiner Einschränkung (u.a. Fotos, Text, Digitale Medien). Zusätzlich betreibe ich die Plattform rundenreisen.org, die sich schwerpunktmässig dem interkulturellen Verständnis verschrieben hat.

Bei Fragen und Anregungen: andreas.lehner@iswwdns.org , http://iswwdns.org

Link zur offiziellen Webseite von #ISWWDNS: http://iswwdns.org

Link zu Motz: http://www.motz-berlin.de

Autor: Andreas Lehner

Andreas Lehner ist 1978 in Linz, Oberösterreich, geboren. Lehner lebte und arbeitete bisher in Wien, Lima (Peru), Zürich und aktuell in Berlin.

20 Kommentare zu „Fotoprojekt: Ich sehe was, was Du nicht siehst, #ISWWDNS. Visuelle Reisen in die Welt anderer Menschen.“

  1. Servus Andreas, das finde ich eine interessante, gute Idee. Einsicht in das Leben einer „Randgruppe“ aus deren Perspektive zu erhalten mit den entsprechenden Geschichten, hilft Vorurteile und Abneigung abzubauen. Und Obdachlose haben bestimmt spannendes zu bebildern. Ich bin gespannt auf euer Ergebnis. Liebe Grüsse Erika

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    1. Danke für das Feedback. Die ersten Kameras sind verteilt, ich habe auch bereits einige erhalten. 🙂 Momentan ist noch schwer abzuschätzen wann es zu einer ausführlichen Ausstellung kommen kann. Hoffentlich bald. Zudem ist es ein Projekt das sicherlich Langzeit-Charakter hat und erweitert werden soll. Jeder ist zudem herzlich eingeladen mitzumachen . LG

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  2. was für ein hammer projekt! Witzigerweise habe ich erst gestern eine ähnliche Begegnung gehabt und einen Gedanken dazu verfasst:

    *Aussteiger*

    Du sitzt auf dem Boden und sprichst mit dir selbst, deine Gesten aggressiv, Narben an deinen Armen, Schmutz unter den Nägeln, die Menschen rücken von dir weg.

    Ist es komisch, dass ich deine Geschichte wissen will, dass ich dein Zuhörer sein will, dass ich drauf und dran bin dich anzusprechen, dass ich an deinem Leben teilhaben will und sei es nur, um dich besser zu verstehen, deine Perspektive einzunehmen, dich nicht vorschnell abzustempeln?

    Ich bin sicher, du hast was zu sagen, und ich will wissen, was.
    Vielleicht sind wir uns ähnlicher als auf den ersten Blick.
    Zumindest sind wir beide schon mal – Menschen.

    aus: Aussteiger http://wp.me/p5WVcN-2u

    Gefällt 2 Personen

    1. Hi, toll geschrieben!! Super! Sehr berührend! Das trifft es genau! Wir müssen in Kontakt bleiben und deinen Text müsste man irgendwie als Aufhänger nehmen, wenn die Fotos dann mal soweit sind…Danke für den Kommentar und Link

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  3. Tolles Projekt! Wie kann man es denn verfolgen, wenn man nicht gerade vor Ort ist? Und kann man auch teilnehmen indem man eigene, digitale Bilder verarbeitet? LG

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    1. Danke für den Kommentar. Zu Deinen Fragen:
      1. Wie kann man es denn verfolgen, wenn man nicht gerade vor Ort ist?

      Es wird eine Web-Platform geben. Dort wird man Fotos und Stories sehen können. Die Seite ist noch in Arbeit und wird voraussichtlich Anfang Juni fertig sein. Ich werde den Link in den sozialen Medien und hier publizieren.

      2. Kann man auch teilnehmen indem man eigene, digitale Bilder verarbeitet?

      Ja. Sehr gerne. Am besten mit Beschreibung, worum es beim Foto geht um den Kontext zu verstehen.

      LG

      Gefällt 1 Person

  4. Das ist ein tolles Projekt. Vor Allem zeigt es, mehr noch als wenn man nur als Außenstehender andere Menschen und deren Lebensalltag und Lebensperspektiven fotografiert, dass man diese ernst nimmt, indem man ihren jeweiligen eigenen Blicken folgt.

    Gefällt 1 Person

  5. Hey Andreas, leider ist weder die Website aufrufbar, noch deine Mailadresse aktuell…
    ich plane ein ähnliches Einwegkamera-Projekt mit Heroinkonsumenten, vielleicht können wir uns ja fachlich mal über deine Erfahrungen austauschen ?
    Ich würde mich freuen!

    Liebe Grüße

    Sophie

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